Mail-Qualität

Es ist sehr wichtig, Mail-Qualität in einer Zielgruppentabelle zu aktivieren. Mail-Qualität sorgt dafür, dass der Benutzer vom Abonnement abgemeldet wird, wenn die Mail-Adresse im Feld MAIL nicht korrekt ist (Syntaxfehler oder nicht exististierende Domain) oder vom Mail-Anbieter (Hotmail, Yahoo, Gmail,...) als Bounce (Hardbounce oder Softbounce) zurück gesendet wird. Wird eine Mail von einem Mail-Anbieter zurück gewiesen bezeichnet man das als Bounce. Ein Hardbounce zeigt an, dass ein dauerhafter Grund vorliegt, warum die Mail nicht zugestellt werden kann: Mail-Adresse existiert nicht, Zustellung wurde blockiert, Syntaxfehler,... Ein Softbounce zeigt an, dass der Zustellungsfehler vorübergehend ist: Das Postfach ist voll, das Postfach wurde deaktiviert, die Größe der Mail überschreitet die zulässigen Einstellungen,...

Wenn Sie Bounces ignorieren, wirkt sich das negativ auf Ihren Mail-Versand-„Ruf“ aus. Das basiert auf den IP-Adressen, von denen aus versendet wird. Wenn Sie Mails versenden, die nicht als Bounce zu Ihnen zurück kommen und der Content gut ist, erlaubt Ihnen der Mail-Anbieter die Zustellung weiterer Mails; somit ist Ihr Ruf gut. Wenn Sie Bounces ignorieren, die an Sie zurück gesendet werden oder der Content der Mail fehlerhaft ist, erlaubt Ihnen der Mail-Anbieter weniger Mails, und Ihre IP-Adresse hat einen schlechten Ruf. IP-Adressen können auch auf „schwarzen tabellen“ landen, d.h., dass von dieser Mail-Adresse aus überhaupt keine Mails mehr an den Mail-Anbieter versendet werden können. Das hat natürlich direkten Einfluss auf Ihre Geschäfte. Wenn die Hälfte Ihrer Zielgruppentabelle Hotmail-Adressen enthält und Sie nicht an diese Adressen versenden dürfen, geht die Hälfte Ihres möglichen Profits den Bach runter.

Über die Option Mail-Qualität können Sie definieren, wann ein Kontakt vom Abonnement abgemeldet werden sollte; zum Beispiel nach 2 Hardbounces oder nach 3 Softbounces. Sobald der Schwellenwert erreicht ist, wird der Kontakt abgemeldet. Der voreingestellte Wert für das OPTOUT-Feld ist 10 (kann angepasst werden). Die automatische Abmeldung ungültiger Mail-Adressen von Kontakten stellt sicher, dass der Versand in der Zielgruppentabelle qualitativ hochwertig ist und daher:

  • bessere Kampagnen-Ergebnisse erzielt, Journeys nur an gültige Mail-Adressen versendet werden,und sogar ungültige (abgemeldete) Kontakte in der Auswahl der Journey zur Verfügung stehen
  • der Ruf bei den Mail-Anbietern besser ist, weil Sie Mails versenden, die keine Bounces erzeugen
  • die Übertragungsgeschwindigkeit von Mails erhöht wird, weil Ihr Ruf besser ist

In den tabelleneigenschaften:

Der Schieber setzt den Schwellenwert für jede Einstellung automatisch von „defensiv“ auf „aggressiv“. Bei der Einstellung „normal“ (OPTOUT=10) wird der Kontakt automatisch abgemeldet, wenn:

  • in der Mail-Adresse ein Syntaxfehler ist (fehlerhaft formulierte Mail-Adresse, z.B. @-Zeichen fehlt)
  • die Domain nicht existiert
  • 2 Hardbounces eingegangen sind
  • 3 Softbounces eingegangen sind

Bezogen auf die Bounces bedeutet das, dass Sie einen Kontakt zweimal mit der Reaktion Hardbounce und dreimal mit der Reaktion Softbounce in verschiedenen Journeys kontaktieren können. Bei Hardbounces bedeutet das:

  • Die erste Journey sendet eine Mail, die jedoch als Hardbounce zurück kommt.
  • Die zweite Journey sendet eine Mail, die jedoch als Hardbounce zurück kommt. Der Kontakt wird vom Mail-Abonnement abgemeldet.

Der höchste zulässige Wert ist 9. Es wird jedoch nicht empfohlen, einen Soft- oder Hardbounce 9mal zu ignorieren.

Unter „Aktionen“ sehen Sie, dass der Standardwert auf OPTOUT=10 eingestellt ist. Sie können Aktionen hinzufügen (+), bearbeiten (Stift-Symbol) oder löschen. Sie können auch ein anderes Feld in der Zielgruppentabelle einstellen, oder ein gespeichertes Verfahren zum Aktualisieren und Speichern von Werten in einer anderen Tabelle durchführen.

Es wird empfohlen, dass Sie zumindest einen Wert in ein OPTOUT-Feld eintragen, denn wenn das Optout-Feld nicht leer oder nicht null ist, wird der Kontakt vom Mail-Versand ausgeschlossen. Wenn Sie ein weiteres Feld verwenden, müssen Sie die Kontakte basierend auf diesem Feld manuell ausschließen, und zwar in jeder Auswahl (dynamisches Segment, Journey,...). Wählen Sie einen Wert (voreingestellter Wert 10), der einzigartig für die Mail-Qualität verwendet wird. Mit anderen Worten, verwenden Sie diesen Wert nicht auch für die Abmeldung vom Newsletter in einer Journey, verwenden Sie hierfür zum Beispiel 1.

Unter „Feld aktualisieren“ können Sie nur Felder aus der Zielgruppenliste auswählen. Wenn Sie eine weitere Tabelle aktualisieren müssen, zum Beispiel eine Profilerweiterung zur Zielgruppentabelle, so können Sie hierfür ein gespeichertes Verfahren verwenden. Das gespeicherte Verfahren muss in Selligent Campaign „registriert“ werden. Das Verfahren wird sofort als Folge ausgeführt wird, wenn ein Kontakt abmeldet. Folgende Parameter werden an die gespeicherte Verfahren übergegeben:
INT ListID,
INT UserID,
STRING eMailStr
STRING BOUNCE_THRESHOLD_REASON
INT INQUEUEID
STRING STATE

Durch die Aktivierung der Mail-Qualität werden der Zielgruppentabelle zwei neue Felder hinzugefügt:

  • BOUNCEDT: Datum des letzten Bounce
  • BOUNCECNT: Bounce-Zähler

Diese Felder werden zur Verwaltung von Bounce-Daten verwendet. Das Feld BOUNCEDT Feld gibt den Zeitpunkt der letzten fehlgeschlagenen Zustellung an den Kontakt an. Im Feld BOUNCECNT wird eine Zahl angezeigt, bei der jede der Zahlen von 0-9 die Anzahl an Bounces pro Typ repräsentiert. Von hinten nach vorne:

  • A (xxxxxxA) : Reservierte Position für zukünftige Änderungen
  • B (xxxxxBx) : Anzahl Softbounces
  • C (xxxxCxx) : Anzahl Hardbounces
  • D (xxxDxxx) : Anzahl Domainfehler
  • E (xxExxxx) : Anzahl Syntaxfehler
  • F (xFxxxxx): Anzahl Beschwerden (Kontakte, die die Mails in den Spam-Ordner verschieben)
  • G (Gxxxxxx): Anzahl asynchroner Bounces. In diesem Fall wurde die ausgehende E-Mail anfänglich durch den Server akzeptiert, aber später wird eine Bounce-E-Mail durch den Server gesendet. Asynchrone Bounces können einmal pro Woche nach Senden der E-Mail erfolgen.

Fiktives Beispiel: Der Wert 5612340 kann unterteilt werden in:

Position Wert Bedeutung
A 0 reservierte Position
B 4 vier Softbounces
C 3 drei Hardbounces
D 2 zwei Domain-Fehler
E 1 ein Syntaxfehler
F 6 6 Beschwerden
G 5 5 asynchrone Bounces

Technischer Hinweis: Bounce-Zähler zurücksetzen
Die Zustellung einer Mail nach einer angegebenen Anzahl an Bounces hängt vom Wert G ab, d.h. der Anzahl asynchroner Bounces. Ist Gt gleich 0, wird der Bounce-Zähler auf 0000000 zurück gesetzt. Ist dieser Wert größer als 1, wird der Zähler nicht zurück gesetzt, sondern G um 1 verringert (z.B.: 3000120 wird zu 2000120). Dieses Verfahren wird fortgesetzt, bis der asynchrone Zähler gleich 0 ist, was dazu führt, dass der gesamte Zähler zurück gesetzt wird.

Sie können die Felder BOUNCECNT und BOUNCEDT anstatt in der Zielgruppentabelle in einer Profilerweiterung speichern, falls notwendig. Wählen Sie aus dem Dropdown-Menü „Bounce-Zählungen für diese tabelle speichern“ die Profilerweiterung (1:1 verknüpfte tabelle)


 

Details zu den verschiedenen Nachrichtenzuständen mit Beschreibungen und Codes finden Sie in diesem speziellen Thema.
Beachten Sie, dass die in der Campaign Berichterstattung verfügbaren Informationen zum Nachrichtensprung diesen Nachrichtenzuständen entsprechen.